
Nationalpark Harz: Tiere, Natur und Wildnis erleben
Nationalpark Harz: Luchs, Wildkatze, Rotwild und über 10.000 Arten auf 24.700 Hektar. Was Sie ab Bad Harzburg im Park erleben können.
Nationalpark Harz: Tiere, Natur und Wildnis erleben
Der Nationalpark Harz ist eines der größten zusammenhängenden Schutzgebiete in Deutschland — 24.700 Hektar Bergwildnis, verteilt auf zwei Bundesländer, mit dem Brocken als Mittelpunkt. Vom Sonnenresort Ettershaus aus erreichen Sie den Park zu Fuß. Hier kommt, was Sie über diesen einzigartigen Lebensraum wissen sollten.
Zahlen, die beeindrucken
- 24.700 Hektar Gesamtfläche — etwa 10% des Harzes insgesamt
- 15.800 Hektar in Niedersachsen, 8.900 Hektar in Sachsen-Anhalt
- Mehr als 900 Höhenmeter Unterschied — vom Talgrund bis zum Brocken auf 1.141 m
- Über 10.000 Tier- und Pflanzenarten finden hier Schutz
- Der Park reicht von Herzberg über die Hochlagen bis nach Ilsenburg und Bad Harzburg
Die Luchse: Wiederansiedlung mit Erfolg
Der Eurasische Luchs war in Deutschland zwischenzeitlich ausgerottet. Zwischen Sommer 2000 und Herbst 2006 wurden im Nationalpark Harz 24 Luchse ausgewildert — neun männliche und 15 weibliche Tiere. Das Wiederansiedlungsprojekt gilt als erfolgreich abgeschlossen: Mehr als 40 Jungtiere wurden seither nachgewiesen.
Die öffentliche Luchsfütterung
Mittwochs und samstags um 14:30 Uhr findet an der Rabenklippe die öffentliche Fütterung statt. Eintritt frei. Eine seltene Gelegenheit, diese scheuen Tiere aus nächster Nähe zu erleben.
Anfahrt: Per Auto nicht möglich — die Zufahrtsstraße ist gesperrt. Drei Alternativen:
- Zu Fuß: rund 4 Kilometer ab Bad Harzburg über markierte Wege
- Burgberg-Seilbahn + Wanderung: spart 200 Höhenmeter, dann etwa 60 Minuten Fußweg
- Mit dem Bus: Linie 875 „Grüner Harzer" verkehrt April bis Anfang November
Weitere Tierarten im Park
Wildkatze
Eine der letzten Refugien der Europäischen Wildkatze in Deutschland. Sehr scheu, kaum zu sehen — aber der Harz ist eines der Gebiete, wo die Population stabil ist.
Rotwild und Rehe
Die häufigsten großen Säugetiere. In den Morgen- und Abendstunden sind die Chancen, sie bei einer Wanderung zu sehen, am höchsten.
Weitere Bewohner
- Waschbären — eingeschleppt, mittlerweile fester Bestandteil der Fauna
- Marderhunde — gelegentlich anzutreffen
- Schwarzstörche, Auerhühner, Wanderfalken — seltene Vogelarten
- Feuersalamander in feuchten Bachauen
- Hirschkäfer in alten Eichenbeständen
Was den Park einzigartig macht
Im Gegensatz zu kultivierten Waldlandschaften gilt im Nationalpark der Grundsatz „Natur Natur sein lassen". Tote Bäume werden nicht gefällt, Borkenkäfer-befallene Fichten bleiben stehen, die Wildnis darf zurückkehren. Das sieht stellenweise unaufgeräumt aus — ist aber genau die Strategie, die seltene Arten begünstigt.
Wer den Park heute durchquert, sieht streckenweise abgestorbene Fichtenwälder neben jungen Buchenwäldern, die natürlich nachwachsen. Ein Lehrbeispiel für den Waldumbau im Klimawandel.
Wanderwege im Park
Direkt ab Bad Harzburg führen mehrere markierte Wege in den Nationalpark:
Rabenklippen-Weg
Rund 4 km zum Luchsgehege. Mittelschwer, gut markiert, mit fantastischen Aussichten ins Eckertal und auf den Brocken. Mehr Details in unserem Wander-Beitrag.
Eckertal-Rundweg
Rund 16 km, ca. 5 Stunden. Längere Tagestour durch tieferen Wald, mit Blick auf den ehemaligen innerdeutschen Grenzverlauf.
Auf den Brocken
Verschiedene Routen, allesamt im Nationalpark — siehe unser Brocken-Wander-Beitrag.
Verhaltensregeln im Park
Damit der Park bleibt, wie er ist, gelten ein paar einfache Regeln:
- Auf den markierten Wegen bleiben — auch wenn es verlockend aussieht
- Hunde an der Leine — Wildtiere reagieren empfindlich
- Kein Müll hinterlassen — auch keine Apfelreste oder Bananenschalen
- Pflanzen nicht pflücken — viele Arten sind geschützt
- Lautstärke reduzieren — die Tiere danken es Ihnen
- Feuer nur an offiziellen Plätzen — Brandgefahr im trockenen Sommer
Nationalpark vs. Naturpark — was ist der Unterschied?
Ein häufiger Verwechslungsfehler. Im Harz gibt es beides:
- Nationalpark Harz (24.700 ha, strenger Schutz, Wildnis-Prinzip) — der hier beschriebene Park
- Naturpark Harz — ein wesentlich größeres Gebiet mit gelockerteren Schutzregeln, in dem Forstwirtschaft und Tourismus eine größere Rolle spielen
Beide Schutzformen ergänzen sich. Der Nationalpark ist der wildere, der Naturpark der nutzerfreundlichere.
Brocken im Park: Klima der Extreme
Der Brocken ist nicht nur der höchste Punkt, sondern auch der härteste. Sein Klima ähnelt eher Island als Norddeutschland:
- Bis zu 150 km/h Wind in den Wintermonaten
- Über 1.600 mm Niederschlag pro Jahr — fast das Doppelte des Bundes-Durchschnitts
- 300+ Nebeltage im Jahr
- Eine eigene Wetterstation seit 1895, die heutige Anlage seit 1939
Wer wandert: Wetterprognose vorab prüfen. Es kann oben heftig anders sein als unten.
Beste Zeit für Tierbeobachtungen
- Frühling: Brutzeit der Vögel, Wildschweine mit Frischlingen
- Sommer: Greifvögel über offenen Flächen, Schmetterlinge auf den Wiesen
- Herbst: Hirsche während der Brunft (besonders eindrucksvoll), Rotwild häufiger zu sehen
- Winter: Spuren im Schnee, Greifvögel im Brockengebiet
Generell gilt: Morgens und abends sind die Wildtiere aktiver als mittags.
Anreise und Ausgangspunkte
Vom Sonnenresort Ettershaus sind Sie in wenigen Schritten im Nationalpark — der Park beginnt buchstäblich am Waldrand vor unserem Grundstück. Längere Touren starten von Drei Annen Hohne (Goetheweg, Brockenbahn-Bahnhof) oder Ilsenburg (Heinrich-Heine-Weg).
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Naturerlebnis ab dem Ettershaus
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